Wissenschaftliche Ausarbeitung Beispiel Essay

Essays sind eine besondere Aufsatzart. Sie sind zwischen Erörterung und Hausarbeit angesiedelt und enthalten die Meinung des Verfassers.
Du musst als Hausaufgabe einen Essay verfassen? Mit unseren Tipps kann nichts mehr schiefgehen![toc]

Definition

Essay bedeutet übersetzt „Versuch“; er ist eine Abhandlung, in der die Auseinandersetzung mit einem wissenschaftlichen oder literarischen Thema im Vordergrund steht. Es wird eine Fragestellung in knapper, aber anspruchsvoller Form diskutiert.

Ein Essay zeichnet sich durch eine klare Struktur und einen geistreichen Inhalt aus. Die behandelten Themen sind als Denkanstöße zu verstehen.

Aufbau eines Essay

Ein Essay besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Allerdings machst du sie nicht durch Überschriften, sondern durch Absätze kenntlich.

Auch Zwischenüberschriften lässt du weg. Wichtig ist, dass dein Inhalt eine klare Abfolge besitzt, du also den „roten Faden“ beim Schreiben nicht verlierst.

a)    Einleitung

Den Einstieg in das Thema, das du behandelst, schaffst du zum Beispiel mit einem aktuellen Ereignis. Das ist zugleich eine gute Begründung für die Wahl des Themas.

Sollte eine Lehrkraft das Thema vorgeben, ist eine logische Erläuterung „deiner“ Wahl trotzdem ein guter Aufhänger. Themen eines Essays sind Problemstellungen, strittige Fragen, Forschungsmeinungen oder empirische Probleme.

Weitere mögliche Einstiege sind eine persönliche Begebenheit, Fakten oder eine Anekdote. Wichtig hierbei ist, dass du deine Leser animierst, deinen Essay zu lesen. Nach der Begründung leitest du zur These deiner Arbeit über.

b)    Hauptteil

Der Hauptteil setzt sich aus drei bis fünf Argumenten zu der in der Einleitung aufgestellten These zusammen. Du erläuterst wichtige Aussagen und betrachtest sie aus verschiedenen Perspektiven. Du bestätigst oder widerlegst Positionen (deine eigenen und fremde) mit Begründungen und Beispielen.

Hierbei ist entscheidend, dass du die bedeutenden Aspekte nachvollziehbar herausarbeitest. Du darfst dich kritisch und subjektiv mit dem Thema auseinandersetzen, solange du deine Ansichten gut begründest.

Hier ist es ratsam, wenn du deine Gedanken zunächst notierst und beispielsweise eine Mindmap zum Thema erstellst. Dadurch gewinnst du einen Überblick für das Schreiben des Essays.

c)    Schluss

Hier solltest du nicht die Argumente deines Hauptteils wiederholen. Du kannst eine Stellungnahme zum Thema abgeben, die jedoch nicht abschließend formuliert ist. Am besten ist es, wenn du eine abwägende Betrachtung einbaust und weitere Fragestellungen zum Thema aufwirfst.

Dadurch entwickelt der Leser eigene Gedanken und Meinungen zur Thematik. Wenn er sich nach der Lektüre eingehender mit dem Gegenstand beschäftigt, hast du dein Ziel erreicht.

Weitere Tipps

  • Ein Essay ist in der Regel fünf bis zehn Seiten lang. Halte dich an diese Angabe und achte darauf, welche Vorgaben die Lehrkraft macht.
  • Im Text benötigst du keine Fußnoten, allerdings solltest du am Ende ein Literaturverzeichnis erstellen. Wenn du die Meinung eines anderen wiedergibst, machst du das im Text durch indirekte Rede kenntlich: Autor xy hat in seinen Buch „xyz“ gesagt, dass …
    Direkte Zitate haben in einem Essay eher nichts zu suchen!
  • Verwende eine gut verständliche Sprache. Du solltest nicht zu wissenschaftlich und nicht zu banal schreiben. Gute Formulierungen gepaart mit Stilmitteln (Alliteration, Metapher usw.) ergeben für den Leser eine angenehme Mischung.
  • Mach dir einen Zeitplan, damit du rechtzeitig fertig wirst und die Arbeit nach einer Pause korrigieren kannst. Zusätzlich kannst du den Essay von einer zweiten Person durchlesen lassen.

1. Was ist ein Abstract und welche Funktion erfüllt es?

  • Ein Abstract ist eine eigenständige Textsorte, die in der Regel wissenschaftlichen Arbeiten vorangestellt ist.
  • Das Abstract ist die prägnante Inhaltsangabe eines umfangreicheren Textes.
  • Es kann auch dazu verwendet werden, Texte zu internationalisieren, wenn es in Englisch geschrieben wird.
  • Ein Abstract ist keine bewertende Textsorte, sondern es beschreibt die Inhalte und Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit in sehr verdichteter Form.
  • Die Länge eines Abstracts ist grundsätzlich variabel.
  • Abstracts sind selten länger als ca. 10 Prozent des Textes, den sie zusammenfassen.
  • Die Anforderungen an den Umfang eines Abstracts unterscheiden sich in den einzelnen Wissenschaften – erkundigt euch nach den Gepflogenheiten an eurem Institut. Es gibt Abstracts aus zwei bis drei Sätzen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind Abstracts im Schnitt zwischen 200 und 250 Wörtern lang.
  • Außerdem unterscheiden sich Abstracts auch nach dem jeweiligen Erscheinungsort der wissenschaftlichen Arbeit.
  • Wenn es um die Veröffentlichung auf Konferenzen, in Sammelbändern und Fachzeitschriften geht, bekommt ihr in der Regel klare Vorgaben von den Verantwortlichen.
  • Grundsätzlich gilt: Gestaltet das Abstract objektiv, genau, kurz, aber vollständig. Formuliert es so, dass die Leser wissen, ob der ganze Text für sie interessant ist bzw. macht sie auf die Inhalte neugierig.

Stellungnahme schreiben: Aufbau und Beispiele

2. Informationen, die ein Abstract enthalten muss

Das Abstract darf keine Informationen enthalten, die im eigentlichen Text nicht enthalten sind. Ihr dürft also keine zusätzlichen Angaben machen. Außerdem werden im Abstract auch keine Begriffe definiert. Demgegenüber gibt es Informationen, die ein Abstract enthalten muss:

  • Titel und Autor des Textes
  • Ziel / These der Forschungsarbeit
  • Die wichtigsten Ergebnisse
  • Methoden – wie habt ihr gearbeitet? Statistische quantitative/qualitative Erhebung, Auswertung von Literatur, usw. Welche Art von Daten wurde untersucht / erhoben?

3. Wie ihr ein gutes Abstract verfasst

Damit ihr am Ende ein gutes Abstract habt, ist es wichtig euch den Leser vor dem Schreiben zu vergegenwärtigen. In der Regel sind es wissenschaftlich arbeitende Menschen, die viel lesen und auf bestimmte Themengebiete spezialisiert sind. Ihr wollt möglichst viele Leser erreichen, also ist es wichtig, dass der Mehrwert eurer Arbeit deutlich wird und die Rezipienten schnell erkennen können, ob es sich für sie lohnt, die gesamte Arbeit zu lesen.

Es ist äußerst hilfreich, wenn ihr euch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften & Sammelbänden umseht und dort besonders die Abstracts studiert. Ihr werdet interessante Anregungen finden, wie ihr euer eigenes Abstract am besten schreiben könnt.

Ihr müsst ein Surrogat eurer Arbeit erstellen – das funktioniert selten gleich beim ersten Versuch. Schreibt einfach los und beginnt dann zu kürzen. Bearbeitet die berühmten W-Fragen:

  • Was sind die Grundthesen der Arbeit bzw. wie lautete die forschungsleitende Frage?
  • Welche Methoden wurden zur Überprüfung der These angewendet?
  • Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
  • Worin liegt der Wert der jeweiligen Forschungsarbeiten? Wer kann von diesem Wissen profitieren?

Das Wichtigste sollte am Anfang stehen und den Leser neugierig machen. Ein schlüssiger und sehr üblicher Aufbau ist:

  1. Ziel der vorliegenden Arbeit
  2. Untersuchungsmethode
  3. Ergebnisse

Verwendet keine Füllwörter und achtet auf den schlüssigen Zusammenhang der Sätze. Keine Stichwortsammlung! Gebt das Abstract jemandem zum Lesen, der die gesamte Arbeit nicht kennt.

4. Checkliste Abstract – alles drin?

Viele müssen während ihres Studiums gar keine Abstracts schreiben und werden zum ersten Mal bei der Abschlussarbeit damit konfrontiert. Das ist schade, denn wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, ist darauf angewiesen, dass er erfolgreich publiziert. Wenn ihr auf einen Call for Papers reagiert, kann das Abstract darüber entscheiden, ob euer Beitrag genommen wird. Gute und erfolgreiche Abstracts für eure Aufsätze und wissenschaftlichen Arbeiten schreiben zu können, ist ein wichtiger Baustein eurer Karriere. Eine gute und sinnvolle Übung ist es auch, wenn ihr euch zu den Büchern, die ihr im Rahmen des Studiums gelesen habt, ebenfalls Abstracts anlegt. Diese sind nützlich, um auch Jahre später schnell wieder darauf zugreifen zu können und ihr übt euch dabei in der Technik des Abstracts-Schreibens.

Lasst also euren ersten Entwurf ein wenig ruhen, nehmt ihn dann wieder zur Hand und entscheidet:

  • Sind die Formulierungen sprachlich ansprechend und wecken das Leser-Interesse?
  • Sind alle wichtigen Informationen enthalten?
  • Was kann noch gekürzt werden?

5. Beispiel für Abstract-Formulierungen

Inhalte des AbstractsBeispiel
Ziel der ArbeitDas Ziel dieser wissenschaftlichen Studie ist die Untersuchung der Arbeitsbedingungen von Online-Journalisten im Vergleich zu Print-Journalisten.
MethodenZu diesem Zweck wurden mithilfe eines quantitativen Verfahrens Daten zur Arbeitszeit, dem Arbeitsort und anderen bestimmenden Faktoren in Online-Verlagen erhoben und ein qualitativer Fragenkatalog aus einer Stichprobe von 100 Journalisten ausgewertet.
ErgebnisseDie Ähnlichkeiten und Unterschiede der Arbeitsweisen von Online- und Print-Redakteuren konnten ermittelt und beschrieben werden. Dabei stellte sich insbesondere heraus, dass sich vor allem die Art der Recherche in den beiden Bereichen signifikant voneinander unterscheidet.
Für wen interessant?Die Ergebnisse sind auch jenseits der Publizistik-Wissenschaft interessant für alle Journalisten, die ihre Arbeit kritisch reflektieren möchten.

Ausgedachte Beispiele sind nur zur ersten Orientierung sinnvoll – die beste Möglichkeit ist wirklich, wenn ihr euch ein beliebiges Fachmagazin aussucht und die Abstracts lest und die Studien dazu überfliegt.

Argumentation schreiben: Vorlagen, Beispiele und Tipps

Bilder: ViaShutterstock.com

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